Eine Verbrauchsprognose beschreibt den voraussichtlichen Strom- oder Gas-Verbrauch eines Vertrages für ein Jahr.

Wann wird eine Verbrauchsprognose (automatisch) angelegt?

  1. Eine Verbrauchsprognose kann über die Benutzeroberfläche angelegt werden.
  2. Alle Vertragsimport-Funktionen bieten die Möglichkeit eine Prognose zu importieren.
  3. Wenn ein Abschlagsplan angelegt wird, kann eine abweichende Verbrauchsprognose angeben werden. Unterscheidet sich die Verbrauchsprognose (signifikant) von der aktuell gültigen Verbrauchsprognose wird die Abschlagsplan-Verbrauchsprognose bei der Aktivierung des Abschlagsplans gespeichert. Die Prognose wird automatisch als Stammdatenänderung an den VNB versendet.
  4. Debitorrechnung
    1. Bei einem SLP-Vertrag wird eine Prognose anhand der bestehenden Zählerständen berechnet (Details siehe unten). Unterscheidet sich die Verbrauchsprognose signifikant (Details siehe unten) wird die Verbrauchsprognose bei der Aktivierung der Rechnung gespeichert.
    2. Bei einem RLM-Vertrag wird eine Verbrauchsprognose anhand der bestehenden Rechnungen berechnet. Wenn nötig wird die Verbrauchsprognose prozentual (d.h. nicht mit einem Lastprofil oder Gradtagszahlen) berechnet.
  5. Bei einer Änderung von Zählerständen wird die Prognose aktualisiert, sofern die neue Prognose signifikant unterschiedlich ist (nur SLP-Verträge).
    Prognosen, die Aufgrund von Zählerständen erzeugt werden, werden nicht automatisch an den VNB gesendet, da der Zählerstand normalerweise an den VNB gesendet wird und der VNB für die Erstellung der Prognose zuständig ist.
    Die Erstellung der Prognosen aufgrund von Zählerständen passiert unter anderem bei folgenden Ereignissen:
    1. Bei Neuerfassungen von rechungsrelevanten Zählerständen über die Benutzeroberfläche, Marktkommunikation oder das Kundenportal.
    2. Bei Änderungen der Rechnungsrelevanz eines Zählerstandes über die Benutzeroberfläche.
    3. Bei Stornierungen von Zählerständen über die Benutzeroberfläche oder Marktkommunikation.

Wann unterscheidet sich eine Verbrauchsprognose signifikant zur vorhergehenden Verbrauchsprognose?

Eine neue Verbrauchsprognose unterscheidet sich signifikant zur vorhergehenden Verbrauchsprognose, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

  1. Es gibt keine alte Verbrauchsprognose.
  2. Die alte Verbrauchsprognose bezieht sich auf einen anderen Zähler.
  3. Der Gesamtwert der alten Verbrauchsprognose unterscheidet sich mehr als fünf kWh vom Gesamtwert der neuen Verbrauchsprognose.
  4. Der Prognosewert eines einzelnen Zählwerks der alten Verbrauchsprognose unterscheidet sich mehr als fünf kWh von dem Prognosewert des Zählwerks der neuen Verbrauchsprognose. (Relevant für Zähler mit mehr als einem Zählwerk (Register).)

Wie wird eine Verbrauchsprognose anhand von Zählerständen berechnet?

Für die Berechnung einer Verbrauchsprognose werden nur rechnungsrelevante, abgelesene (d.h. nicht geschätzte) Zählerstände verwendet. Eine Ausnahme ist der Lieferbeginntag. Für diesen Tag wird jeder rechnungsrelevante Zählerstand für die Verbrauchsberechnung verwendet.

Für die Berechnung der Prognose werden immer zwei Zählerstände benötigt. Der Zählerstand mit dem höchsten Ablesedatum (d.h. der aktuellste Zählerstand) wird immer verwendet. Der zweite Zählerstand wird wie folgt ermittelt:

  1. Das Basisdatum ist ein Jahr vor dem höchsten Ablesedatum.
  2. Zählerstände, die zeitlich zu nah an dem höchsten Ablesedatum liegen, werden nicht verwendet. Diese Zeitspanne kann in den Grundeinstellungen konfiguriert weden. (Aufbau einer Zeitspanne siehe unten) a. Für Strom ist die Grundeinstellung PROGNOSIS_DURATION_IGNORE_METERREADINGS_ELECTRICITY zu pflegen. Standardmäßig wird „2M“ verwendet, d.h. zwei Monate vor dem höchsten Zählerstand werden alle Zählerstände ignoriert. b. Für Gas ist die Grundeinstellung PROGNOSIS_DURATION_IGNORE_METERREADINGS_GAS zu pflegen. Standardmäßig wird „10M“ verwendet, d.h. zehn Monate vor dem höchsten Zählerstand werden alle Zählerstände ignoriert.
  3. Um den zweiten Zählerstand zu finden werden die Suchzeitspannen aus PROGNOSIS_DURATION_SEARCH_METERREADINGS verwendet. (Aufbau einer Zeitspanne siehe unten.) Zunächst wird die erste Suchzeitspanne genutzt. Kann in dieser Suchzeitspanne kein Zählerstand gefunden werden, wird in der zweiten Suchzeitspanne gesucht sofern diese vorhanden ist. Dies wird wiederholt, bis alle Suchzeitspannen durchsucht wurden. Werden in einer Suchzeitspannen mehrere Zählerstände gefunden, wird der erste (d.h. mit dem frühesten Ablesedatum) genommen. Kann in keinem Suchzeitraum ein zweiter Zählerstand gefunden werden, kann keine Prognose berechnet werden.
  4. Sobald die Zählerstände bestimmt wurden wird mit Hilfe des jeweiligen Mengenverteilungsverfahrens (in der Sparte Strom das Lastprofilverfahren, für Gas in der Regel das Gradtagszahlverfahren) die Zeitspanne auf volle Jahre extrapoliert und daraus der letztendliche Prognosewert abgeleitet.

Wie können die Suchzeitspannen zur Bestimmung der relevanten Zählerstände konfiguriert werden?

In den Grundeinstellung PROGNOSIS_DURATION_SEARCH_METERREADINGS, PROGNOSIS_DURATION_IGNORE_METERREADINGS_ELECTRICITY und PROGNOSIS_DURATION_IGNORE_METERREADINGS_GAS können ein oder mehr Suchzeitspannen definiert. Suchzeitspannen müssen mit einem Semikolon „;“ voneinander getrennt werden. Eine Suchzeitspanne setzt sich aus den folgenden Werten zusammen.

  1. Suchrichtung: Kein Zeichen, „-“, „+“ a. Kein Zeichen bedeutet: Suche vor und nach dem Basisdatum. b. „-“ bedeutet: Suche vor dem Basisdatum c. „+“ bedeutet: Suche nach dem Basisdatum
  2. Menge: Eine natürliche Zahl Mit dieser Zahl wird die Zeitspanne vor/nach dem Basisdatum beschrieben.
  3. Zeiteinheit: „D“, „T“, „M“, „Y“, „J“ a. „D“ (Days), „T“ (Tage) steht für Tage. b. „M“ steht für Monate. c. „Y“ (Year), „J“ (Jahre) steht für Jahre.

Als Standard für PROGNOSIS_DURATION_SEARCH_METERREADINGS wird, „-2J;+10M“ verwendet. Somit wird standardmäßig folgendermaßen nach dem zweiten Zählerstand gesucht:

  1. Berechne „Basisdatum“: Das Basisdatum ist ein Jahr vor dem aktuellen Zählerstand.
  2. Verwende, wenn vorhanden, den ersten Zählerstand in den zwei Jahre vor dem Basisdatum.
  3. Verwende ansonsten, wenn vorhanden, den ersten Zählerstand in den zehn Monate nach dem Basisdatum.
  4. Es kann kein Zählerstand gefunden werden und daher kann keine Prognose berechnet werden.